Tholen Grote- of Onze Lieve Vrouwekerk

Die Orgel der Kirche „Unserer lieben Frau“ in Tholen wurde ursprünglich für die "Galileërkerk" in Leeuwarden gebaut. Diese Kirche wurde 1940 abgerissen, um Platz für eine neue Kirche zu schaffen. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Entschluss gefasst, die neue Kirche in einem Vorort der Stadt zu bauen und die alte Orgel nicht wiederzuverwenden. Die Orgel wurde der niederländisch-reformierte Gemeinde Doesburg geschenkt, welche sie 1955 der gerade restaurierten Kirche in Tholen anbot. Die Van Dam-Orgel sollte dort ein zweimanualiges Instrument von J. Hilboesen (einem Lehrling der Firma Ypma in Amsterdam) ersetzen, welches in den 50er Jahren von der alt-katholischen Kirche in Rotterdam-Blijdorp gekauft worden war. Dank staatlicher Unterstützung konnte die Liebfrauenkirche in Tholen diese historische Orgel von der niederländisch-reformierten Gemeinde in Doesburg erwerben. Die Orgel war nie in Doesburg aufgebaut worden, da die Wiederherstellung der Kirche erheblich länger dauerte als zunächst erwartet. In Doesburg wurde letztendlich eine große 4-manualige Orgel der Firma E.F. Walcker installiert.

Bei der Aufstellung in Tholen veränderte die Orgelbaufirma JC Sanders die Orgel nach Ideen der damals aufkommenden Orgelbewegung. Viola di Gamba 8 'und Viola 4' wurden durch Prestant 4’ und Quint 1-1/2’ und die Aeoline durch ein Regaal ersetzt. Im Rückpositiv wurde zusätzlich ein Scherp III-IV installiert. Außerdem wurden neue Zungen installiert. Die vier ursprünglich keilförmigen Bälge mussten zwei Faltenbälge weichen.

In den Jahren 1992 und 1993 wurde die Orgel durch den Orgelbauer Sebastian F. Blank grundlegend restauriert und in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Berater bei diesem Projekt war der inzwischen verstorbene Jan Jongepier. Die verloren gegangenen Register und Tremulanten wurden rekonstruiert sowie neue (wieder) keilförmige Bälge installiert. Die Koppeln von 1854/1896 wurden beibehalten. Im Jahr 2004 fügte der Orgelbauer Henk van Eeken noch einen Tremulanten für die gesamte Orgel hinzu.

Die Orgel in Tholen sieht auf eine wechselhafte Geschichte zurück. Die Firma Van Dam hatte damals eindeutig Zugeständnisse gemacht, die nicht ihrem Stil entsprachen. Das 3-manualige Instrument war eigentlich ein 2-manualiges Konzept, bei dem sich ein Manual über zwei Teilwerke verteilte.

In einem Bericht aus dem Jahr 1854 bemängelt der Orgelsachverständige L. Proes die teilweise klanglich zu dünn ausgelegten Werkdispositionen sowie speziell die Zungenregister. Er betrachtet das Schwellwerk (welches effektiv ein Echowerk war) als unvollständig und unbedeutend. Proes war Befürworter eines erheblich größeren Echowerkes mit „einem aus der Ferne klingenden zarten Ton, der dennoch genügend Volumen haben sollte". Das damalige Echowerk bezeichnete er als „unwirksam, unnötig und unwürdig angesichts der Platzierung in einer großen Stadtkirche". Sein Fazit war, dass der Bau der Orgel ein Misserfolg war.

1976 kam J.H. Kluiver zu einer ähnlichen Einschätzung. Die Orgel in Tholen ist tatsächlich eines der wenigen von der Firma Van Dam gebauten 3-manualigen Instrumente. Es ist das letzte Werk der zweiten Generation dieser Orgelbaufirma, welches eine eigenständiges Rückpositiv (Rugwerk) aufweist. Der Prospekt zeigt eine gewisse Ähnlichkeit mit der berühmten Silbermann-Orgel von Freiberg. Dieses Design wurde später von der dritten Generation der Van Dams sowie deren Nachfolgern Bakker & Timmenga übernommen.

Diese Orgel kann mit allen unseren Cambiare-Orgeln über den Lieferanten Voxus Virtual Organs bestellt werden.

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Die Orgel der Kirche „Unserer lieben Frau“ in Tholen wurde ursprünglich für die "Galileërkerk" in Leeuwarden gebaut. Diese Kirche wurde 1940 abgerissen, um Platz für eine neue Kirche zu schaffen. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Entschluss gefasst, die neue Kirche in einem Vorort der Stadt zu bauen und die alte Orgel nicht wiederzuverwenden. Die Orgel wurde der niederländisch-reformierte Gemeinde Doesburg geschenkt, welche sie 1955 der gerade restaurierten Kirche in Tholen anbot. Die Van Dam-Orgel sollte dort ein zweimanualiges Instrument von J. Hilboesen (einem Lehrling der Firma Ypma in Amsterdam) ersetzen, welches in den 50er Jahren von der alt-katholischen Kirche in Rotterdam-Blijdorp gekauft worden war. Dank staatlicher Unterstützung konnte die Liebfrauenkirche in Tholen diese historische Orgel von der niederländisch-reformierten Gemeinde in Doesburg erwerben. Die Orgel war nie in Doesburg aufgebaut worden, da die Wiederherstellung der Kirche erheblich länger dauerte als zunächst erwartet. In Doesburg wurde letztendlich eine große 4-manualige Orgel der Firma E.F. Walcker installiert.

Bei der Aufstellung in Tholen veränderte die Orgelbaufirma JC Sanders die Orgel nach Ideen der damals aufkommenden Orgelbewegung. Viola di Gamba 8 'und Viola 4' wurden durch Prestant 4’ und Quint 1-1/2’ und die Aeoline durch ein Regaal ersetzt. Im Rückpositiv wurde zusätzlich ein Scherp III-IV installiert. Außerdem wurden neue Zungen installiert. Die vier ursprünglich keilförmigen Bälge mussten zwei Faltenbälge weichen.

In den Jahren 1992 und 1993 wurde die Orgel durch den Orgelbauer Sebastian F. Blank grundlegend restauriert und in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Berater bei diesem Projekt war der inzwischen verstorbene Jan Jongepier. Die verloren gegangenen Register und Tremulanten wurden rekonstruiert sowie neue (wieder) keilförmige Bälge installiert. Die Koppeln von 1854/1896 wurden beibehalten. Im Jahr 2004 fügte der Orgelbauer Henk van Eeken noch einen Tremulanten für die gesamte Orgel hinzu.

Die Orgel in Tholen sieht auf eine wechselhafte Geschichte zurück. Die Firma Van Dam hatte damals eindeutig Zugeständnisse gemacht, die nicht ihrem Stil entsprachen. Das 3-manualige Instrument war eigentlich ein 2-manualiges Konzept, bei dem sich ein Manual über zwei Teilwerke verteilte.

In einem Bericht aus dem Jahr 1854 bemängelt der Orgelsachverständige L. Proes die teilweise klanglich zu dünn ausgelegten Werkdispositionen sowie speziell die Zungenregister. Er betrachtet das Schwellwerk (welches effektiv ein Echowerk war) als unvollständig und unbedeutend. Proes war Befürworter eines erheblich größeren Echowerkes mit „einem aus der Ferne klingenden zarten Ton, der dennoch genügend Volumen haben sollte". Das damalige Echowerk bezeichnete er als „unwirksam, unnötig und unwürdig angesichts der Platzierung in einer großen Stadtkirche". Sein Fazit war, dass der Bau der Orgel ein Misserfolg war.

1976 kam J.H. Kluiver zu einer ähnlichen Einschätzung. Die Orgel in Tholen ist tatsächlich eines der wenigen von der Firma Van Dam gebauten 3-manualigen Instrumente. Es ist das letzte Werk der zweiten Generation dieser Orgelbaufirma, welches eine eigenständiges Rückpositiv (Rugwerk) aufweist. Der Prospekt zeigt eine gewisse Ähnlichkeit mit der berühmten Silbermann-Orgel von Freiberg. Dieses Design wurde später von der dritten Generation der Van Dams sowie deren Nachfolgern Bakker & Timmenga übernommen.

Diese Orgel kann mit allen unseren Cambiare-Orgeln über den Lieferanten Voxus Virtual Organs bestellt werden.

  • Van Dam, 1832
  • 3 Tastaturen
  • 29 Registers

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